Lehrfahrt zur Familie Kiemle – Gemüseanbaubetrieb

Unser Fachbeirat Herr Jürgen Gehrung hatte bei dem Gemüseanbaubetrieb der Familie Kiemle in Bissingen eine Führung arrangiert.Fünf Hektar bewirtschafteter Fläche nehmen beheizte Glas- und Folienhäuser ein, die mit modernster Technik ausgestattet sind. In diesen Häusern lässt sich über das ganze Jahr hinweg ein Klima erzeugen, das die Vegetationsperiode der Pflanzen um Monate verlängert, Schädlinge von ihnen fernhält und die Ausbreitung von Krankheiten behindert. Diese Informationen bekamen wir gleich am Anfang vom Gärtnermeister und Besitzer Herr Kiemle. Während seinen Ausführungen konnten wir die aktuellen Gemüse des Hauses probieren.Der Rundgang durch die Gewächshäuser begann im Kräuterbereich mit 6 verschiedenen Basilikumarten die durch Nützlingseinsatz nicht gespritzt werden müssen.Weiter ging es in die Tomatenhäuser. Bei dieser Frucht gelingt eine Vegetationsverlängerung, bei der eine Ernte von Ende Februar bis Mitte November möglich ist. Die Tomaten wurzeln in Mineralwolle die über der Warmwasserheizung liegt .
Wasser und Nährstoffe werden über Schläuche zugeführt, und zwar mit 20% Überschuss, damit immer genügend Nahrung zur Verfügung steht. Der Rest wird zurückgeführt und gesammelt, wieder mit Mineralstoffen und Dünger angereichert und erneut zu den Kulturen geleitet.
Auf dem Markt sind zur Zeit Rispen und Cocktailtomaten gefragt, deshalb bekamen wir hauptsächlich diese Sorten zu sehen. Erstaunlich war die Vielfalt der Sorten bei diesen Rispentomaten.Interessant war es zu sehen, wie diese Tomatenpflanzen, von Mitarbeitern auf Elektrokarren die zwischen den Reihen fahren, um die Länge des Zuwachses weiter gehängt und angebunden werden. Unten liegen schon einige Meter abgeerntete Tomatenstängel die nach 7 Monaten immer noch ihre Funktion des Nahrungstransports erfüllen.
Ähnlich wie bei den Tomaten geht es auch bei den Gurken , Zucchinis Auberginen sowie Paprikas zu. Nicht unerwähnt will ich lassen dass die Bestäubung durch Hummeln erledigt wird die in Ihren Kästen im Gewächshaus nisten und diese wichtige Arbeit sehr zuverlässig erledigen. Ein weiteres technische Highlight war die Nutzung von Kohlendioxyd zur Reifung der Paprika.
ach den Gewächshäusern wurden wir über das Freiland zum Wasserspeicher geführt. Einem richtigen See der über die Dachentwässerung an den Gewächshäusern gespeist wird. Dabei erzählte er uns die bürokratischen Hindernisse welche bis zur Fertigstellung dieses Wasserreservats überwunden werden mussten. Herr Kiemle zeigte uns die Maschinen die für die Freilandproduktion von Gemüse verwendet werden.
Was uns Herr Kiemle noch vermitteln konnte ist, dass die Vermarktung von Gemüse in Deutschland nur dann funktionieren kann wenn mit bester Qualität und rückstandsfrei, jeden Tag durchgängig, der Markt versorgt werden kann. Dann werden vom Händler und Verbraucher auch höhere Preise toleriert. Es hat sich bei der Fa. Kiemle bewährt dass Spezialitäten wie „wohlschmeckende“ Blüten der Kapuzinerkresse im Angebot sind, die in der Hauptsache von der gehobenen Gastronomie verlangt werden. Diese Firma hat sich Ihren guten Namen durch zuverlässig gute Qualität erarbeitet. Uns hat Herr Kiemle seine wertvolle Freizeit geopfert und alle erdenklichen Fragen beantwortet.
Unsere Dankbarkeit konnten wir nach diesem spannenden Nachmittag mit einem Präsent deutlich machen. Anschließend fuhren wir mit den gewonnenen Eindrücken noch zu einer Abendeinkehr nach Freudental in das „Gasthaus zum Lamm“ und dann nach Hause.

27. Juni 2006 von OGV Heumaden
Kategorien: Allgemein, Ausflug, Lehrfahrt | Schlagwörter: , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Lehrfahrt zur Familie Kiemle – Gemüseanbaubetrieb