Fuchsbandwurm

Auf Grund der aktuellem Anfragen, hier noch einmal die Zusammenfassung des damaligen Vortrages, den u.a. der OGV Heumaden organisiert hatte zum Thema Fuchs!

Nach dem Besucherandrang zu unserem Vortrag über den Fuchsbandwurm, wollen wir hier den Interessierten eine schriftliche Zusammenfassung geben.

Nachgewiesene Erkrankungen beim Menschen sind selten.

Jedes Jahr geht bei Naturfreunden, vor allem bei Kräuter- und Beerensammlern wieder die Angst vor dem kleinen Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis leuckert) um. Diese, wie der Name schon sagt, sehr kleine Bandwurmart (Länge knapp 3 mm) lebt im Mitteldarm ihrer Endwirte. Endwirte sind Fuchs, Hund und Katze. Andere Raubtiere (z.B. Marder und Wiesel) scheiden wegen ihres geringen Gehaltes an Taurodesoxycholsäure in der Gallenflüssigkeit als Endwirte aus. Der Fuchsbandwurm hat 4 – 5 Glieder. Das hinterste Glied enthält ca. 300 Eier. Es wird alle zwei Wochen abgestoßen und ausgeschieden. Sogenannte Zwischenwirte für den kleinen Fuchsbandwurm sind Nagetiere (u. a. Mäuse)- wenn sie die ca. 0,03 mm großen Eier mit ihrer Nahrung aufnehmen. Aus dem Darm der kleinen Nager gelangen die Primärlarven des Bandwurms in deren Leber, die sie in 2-3 Monaten wucherungsartig durchsetzen.

Der Infektionskreis schließt sich, wenn eine derartig infizierte Feldmaus einem Fuchs, seltener einer Katze, noch seltener einem Hund zum Opfer fällt und gefressen wird: dann keimen die Finnen aus der Mäuseleber im Darm des Endwirtes zu neuen Geschlechtstieren aus. Der Endwirt wirkt zwar als Ausscheider, erkrankt aber nicht wesentlich an den Parasiten. Dagegen gehen infizierte Mäuse zugrunde.

Mensch und Fuchsbandwurm

Für den Fuchsbandwurm ist der Mensch ein Fehlzwischenwirt: Der Fortpflanzungskreislauf des Bandwurms wird bei ihm unterbrochen. Er kann zwar ( sehr selten) zum Finnenträger werden, nicht aber zum Bandwurmträger, damit auch nicht zum Ausscheider.

Befallen wird die Leber, aber viel weniger heftig als bei Nagetieren. Das Wachstum erfolgt langsam über viele Jahre, kann aber schließlich einen ganzen Leberlappen überschreiten und durch enorme Größenzunahme die gesunde Restleber schwer beeinträchtigen. Glücklicherweise erkrankt nur ein kleinerer Teil der infizierten Menschen: Bei weitem nicht jede Infektion führt zur Echinokokkose. Offensichtlich gibt es beim Menschen mehr oder weniger ausgeprägte Abwehrmechanismen gegen die Fuchsbandwurmeier bzw. die Primärlarven. Darüber hinaus können kleine Leberherde verkalkend abgekapselt werden, ohne wesentlichen Schaden für den Gesamtorganismus.

Diagnose der Fuchsbandwurm-Infektion

Die Symptome sind zunächst uncharakteristisch und gering: Müdigkeit Druck im rechten Oberbauch. Sie sind von anderen Leber- Galle-Erkrankungen zunächst nicht zu unterscheiden. serologisch, mittels spezifischer Blutuntersuchung, kann die Diagnose einer Echinokokkos –Infektion schon frühzeitig und sicher gestellt werden. Mit Ultraschall und Computertomographie lassen sich Befall und Ausdehnung feststellen.

Therapie

Bei nicht allzu ausgedehntem Leberbefall kann die chirurgische Entfernung zu vollständiger Heilung führen. Ansonsten ist kontinuierliche Dauertherapie mit einem ziemlich belastenden Mittel ( Mebendazol ) erforderlich. Allerdings wird der Parasit dadurch nicht abgetötet, aber in seinem Wachstum gehemmt.

Infektionswege

Eine Infektion kann nur über Eier aus den Ausscheidungen aus dem Darm eines fuchsbandwurmtragenden Endwirtes( Fuchs, seltener Katze oder Hund) erfolgen, wenn diese Eier in den Magen-Darm-Trakt des Menschen gelangen. Füchse setzen ihre Losung bevorzugt an exponierten Stellen ab, zur Markierung ihres Territoriums: an umgestürzten Bäumen, Baumstümpfen, herausragenden Steinen, Erderhebungen, Reisighaufen und Kahlstellen.

Kälte und Feuchtigkeit erhalten die Bandwurmeier wochenlang infektionsfähig. Im Sommer, an sonnigen Stellen sterben sie in wenigen Tagen ab. Die Hauptmasse der Eier bleibt in der sichtbaren Losung. Jedoch können einzelne Eier von Insekten oder Schnecken verschleppt werden – oder sogar mit der Luft verweht werden. Der letztgenannte Infektionsweg, ist extrem unwahrscheinlich, zumal direktes Sonnenlicht die Keime in Stunden inaktiviert. Bei Temperaturen über 70 ° C gehen die Keime zugrunde, schon über 50 ° C in weniger als einer Stunde. Der Infektionsweg über Wildkräuter, Beeren oder Fallobst ist zwar möglich aber bisher unbewiesen. Niedrigwachsende Pflanzen von schattigen Waldrändern sollten aber gemieden werden. Angst ist ebenso ungünstig wie bedenkenloser Leichtsinn. Zudem verfügt der Mensch über Abwehrmechanismen gegen den Fuchsbandwurm, die allerdings nicht ganz sicher sind. Daher sind Erkrankungen durch den Fuchsbandwurm zwar nicht sicher auszuschließen, aber zum Glück doch sehr selten.

Der Tipp den wir nach diesem Vortrag geben können ist: sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt und weisen Sie ihn darauf hin, dass Sie zum gefährdeten Personenkreis gehören weil Sie Ihren Salat und Ihre Erdbeeren aus dem Garten ungekocht essen.

20. Mai 2014 von OGV Heumaden
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